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Menschen bei Gameforge

Martin / Übersetzer

Stell dich doch kurz vor: Was genau machst du bei Gameforge und wie lange bist du schon Teil des Gameforge Teams?

Mein Name ist Martin und ich bin der interne US-DE-Übersetzer bei Gameforge. Das bedeutet, dass alle Texte, die aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt werden müssen, bei mir landen. Ich bin dafür zuständig, sie entweder selbst zu bearbeiten oder – wenn ich die Menge nicht alleine bewältigen kann wie z. B. bei größeren Updates oder Patches – als Aufträge an externe Übersetzer zu vergeben. Bei der Gameforge arbeite ich seit Dezember 2015, also jetzt schon fast 3 Jahre.

Beschreibe kurz deinen typischen Arbeitsalltag.

Unser wichtigstes Tool ist JIRA. Dort sind alle Aufträge, die momentan bei uns liegen, mit ihren jeweiligen Deadlines gelistet – das heißt, wir wissen genau, welche Aufträge bis wann fertig sein müssen. So haben wir einen guten Überblick über aktuelle bzw. kommende Aufgaben und können uns die Arbeit einteilen. Natürlich geht es nicht nur nach Deadlines, sondern auch nach Priorität. Manchmal gibt es besondere Eil-Tasks, die wir dann möglichst zügig bearbeiten. Die Übersetzungsaufträge in JIRA nehmen den Großteil meiner Arbeitszeit in Anspruch.
Es stehen natürlich nicht immer Updates, Werbetexte oder Mailings an, die ins Deutsche übersetzt werden müssen. Wir kümmern uns auch um unsere Dokumentationen, denn für die einzelnen Spiele haben wir jeweils Styleguides und haufenweise Seiten mit Informationen zu den Spielen. Diese dienen als Hilfestellung für neue bzw. externe Übersetzer. Hier ist genau festgehalten, was bei der Übersetzung zu beachten ist, damit Fehler und Inkonsistenzen vermieden werden. Die Guides müssen wir immer im Blick haben und regelmäßig aktualisieren.
Natürlich sind wir nur Menschen; weshalb wir auch mal Fehler übersehen. Unsere QA-Abteilung sowie die Community können uns dann über bestimmte Tools diese sogenannten Bugs mitteilen. Wir prüfen diese wöchentlich und korrigieren fehlerhafte Texte zeitnah.

Nenne deine drei häufigsten Aufgaben am Arbeitsplatz.

Meine Hauptaufgabe ist das Übersetzen. Außerdem kümmere ich mich um das Ausmerzen von Fehlern und schließlich bin ich noch für die bereits erwähnten Dokumentationen zuständig. Zusätzlich helfe ich noch unseren Lektoren beim Korrekturlesen der Übersetzungen.

Was macht dir als Übersetzer am meisten Spaß?

Am meisten Spaß habe ich an der Kreativität, die ich ausleben kann. Natürlich haben wir bestimmte Richtlinien, wie wir übersetzen sollen. Aber innerhalb dieses Rahmens kann ich mich austoben. Nehmen wir Wizard101: Das Spiel richtet sich vor allem an die jüngeren Spieler, das heißt, man muss hier aufpassen, keine derben Schimpfwörter, sexuelle Anspielungen etc. zu verwenden und die lustigen Wortspiele schön ins Deutsche zu übertragen. Der Ansporn, schöne Texte für die Spieler zu erschaffen, ist meine Motivation.

Was macht dich und deine Position für Gameforge unverzichtbar?

Meine Übersetzungen ins Deutsche bilden die Grundlage für die Übersetzungen in andere Sprachen wie Französisch, Italienisch, Spanisch und so weiter. Ich muss also eine saubere und fehlerfreie Übersetzung abliefern, um die Arbeit meiner Kollegen zu unterstützen. Gelingt mir das nicht, ziehen sich Fehler oder falsche Übersetzungen durch alle Sprachen. Meine Kollegen müssen sich auf mich verlassen können und dafür ist eine gute Arbeit meinerseits das A und O.

Warum hast du dich für den Beruf des Übersetzers entschieden?

Wenn ich spiele – und das gilt für alle Bereiche, also Computerspiele, Brettspiele, Rollenspiele etc. – dann lege ich sehr großen Wert auf eine gute und stimmige Übersetzung. Das Thema hat mich schon in der Schulzeit interessiert. Zu Beginn habe ich mich mit Englisch noch sehr schwergetan. Also habe ich mich mit Wörterbüchern hingesetzt und Liedtexte übersetzt, weil ich wissen wollte, um was es in den Songs ging. Und so hat es sich ergeben, dass ich an der ESO Sprachenschule in Bamberg eine Übersetzer- und Dolmetscherausbildung absolviert habe. Die Leidenschaft für die Sprache und gute deutsche Texte in Spielen haben mich schließlich in die Computerspielebranche gebracht. Ich habe also mein Hobby zum Beruf gemacht. Klingt zwar sehr nach Klischee, aber so war es.

Welche 3 Worte beschreiben eure Zusammenarbeit im Team?

Vertrauen, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft. Jeder ist bereit, den Kollegen unter die Arme zu greifen und auszuhelfen, wenn Not am Mann ist. Wir, die Lektoren, Loca-Manager und Übersetzer, sind ein eingespieltes Team, in dem sich jeder auf den anderen verlassen kann.

Was muss ein Bewerber mitbringen, um in deiner Abteilung erfolgreich zu sein, sowohl in Bezug auf den Job als auch auf das Team?

Von den Skills her ist für einen Englisch-Deutsch-Übersetzer natürlich eine sehr gute Beherrschung des Englischen und der eigenen Muttersprache unerlässlich. Außerdem sollte man sich mit Spielen auskennen, also den „Gamerslang“ ein wenig beherrschen. Das ist natürlich keine Voraussetzung, hilft aber ungemein. Er oder sie sollte sehr zuverlässig sein und eigenständig arbeiten können. Das heißt Initiative zeigen und sich auch selbst Arbeit suchen, wenn mal wenig Aufträge vorliegen. Es gibt immer etwas zu korrigieren oder einen Guide, der überarbeitet werden muss. Es schadet auch nicht, wenn man gerne spielt. Dann freut man sich umso mehr auf die Arbeit. Es ist zwar kein Muss, aber es hilft, wenn man in diesem Bereich arbeitet.

Was macht Gameforge für dich zu einem besonderen Arbeitgeber?

Spontan fällt mir dazu die familiäre Atmosphäre im Unternehmen ein. Und dass einem jede Freiheit gelassen wird, um sich zu entfalten und gute Arbeit abzuliefern. Wie du dein Arbeitsumfeld und deine Arbeitszeit gestaltest, ist dir überlassen. Hauptsache du machst einen guten Job. Ich darf mich anziehen wie ich möchte und werde kostenlos mit Essen und Getränken versorgt.
Der Zusammenhalt in der Firma ist auch außergewöhnlich. Man merkt, dass alle an einem Strang ziehen, um gemeinsam etwas Tolles für die Spieler zu erschaffen.

Was wünschst du Gameforge für die Zukunft?

Allen Erfolg, weil ich gerne noch viele, viele Jahre hier arbeiten möchte. Und weiterhin die Fähigkeit, die Spieler mit neuen und coolen Spielen sowie Updates für die älteren Spiele zu begeistern.

Welche Spiele interessieren dich privat besonders?

Ich spiele gerne rundenbasierte Strategiespiele. Viel im JRPG-Bereich, also japanische Taktikrollenspiele. Außerdem stehen bei mir digitale Kartenspiele wie Hearthstone, Rollenspiele und Action Adventures hoch im Kurs. Ansonsten spiele ich viel „analog“, also Brettspiele und Tischrollenspiele. Wenn es die Zeit zulässt, schmeiß ich mich auch gerne in Gewandung und gehe LARPen. Zocken ist mein Haupthobby und verschlingt einen großen Teil meiner Freizeit. Es gibt ja das schöne Zitat von Schiller, „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, und genau das ist auch mein Lebensmotto.

Und jetzt mal eine Inside-Story: Was war dein persönliches Highlight bei der Gameforge?

Mein persönliches Highlight war die Gamescom 2016, als wir Dropzone gerade in die Closed Beta geschickt haben und mit diesem tollen Stand am Start waren. Ich wollte unbedingt mal die Gamescom erleben, also habe ich mich freiwillig gemeldet, um Demos zu geben und das Spiel zu präsentieren. Der direkte Kontakt zu den Spielern und das sofortige Feedback machten die Gamescom für mich zu einem tollen Erlebnis. Ein anderes Highlight war, als ich im Dezember angefangen habe und in der Folgewoche die Weihnachtsfeier stattfand. Das hat mich erst mal total umgehauen – einfach toll, was den Mitarbeitern geboten und zurückgegeben wird. So etwas hatte ich in der Form noch nicht erlebt.

Warum arbeitest du gerne in Karlsruhe und was ist dein Lieblingsplatz hier?

Ich fahre gerne Fahrrad und da ist das flache Ländle Karlsruhe genau richtig. Wir haben hier mit der Spielepyramide einen tollen Laden, in dem ich viel Zeit verbringe. Außerdem ist Karlsruhe eine sehr grüne Stadt mit viel Natur; das sieht man auch nicht mehr so oft. Mein Lieblingsort ist die Waldstadt, wo wir bis vor Kurzem gewohnt haben. Wir haben einen kleinen Hund, da haben sich die baumgesäumten Alleen der Waldstadt und der nahe Hardtwald hervorragend für Spaziergänge angeboten.

Für was begeisterst du dich außerhalb der Arbeit?

Mein Hobby Spielen, wie ihr sicher schon gemerkt habt, haha. Ansonsten ist Musik eine große Leidenschaft von mir. Oder auch einfach mit Freunden eine schöne Zeit verbringen, was meistens in einem Spieleabend gipfelt 😉.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch machen oder erreichen?

Ich möchte zukünftig mehr reisen. Ich bin in meinem Leben zwar schon ein bisschen rumgekommen, aber es gibt noch einige Orte auf der Welt, die ich gerne sehen möchte. Jetzt steht erstmal ein Urlaub in Kanada an, Island und Neuseeland stehen aber auch ganz oben auf meiner Liste.

Stell dir vor, Gameforge wäre eine Party. Welche Aufgabe hättest du vor, während und/oder nach der Party?

Hm, kniffelige Frage … Vor der Party würde ich mich mit meinen Loca-Kollegen zusammensetzen und versuchen, einige Textfetzen von jeder Sprache zu übersetzen, damit sich unser Multi-Kulti-Team wohlfühlt. Vielleicht hängen wir auch ein paar schöne mehrsprachige Plakate auf. Natürlich müssten dann auch die Einladungen übersetzt werden. Während der Party würde ich natürlich als Dolmetscher zur Verfügung stehen, wenn Bedarf besteht.

Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie verrückt bist du?

Hm, ich sag mal 6 – für Fallschirmspringen oder Bungee-Jumping wird man mich aufgrund meiner Höhenangst nicht begeistern können, aber ansonsten bin ich für jeden Spaß zu haben 😊.